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Legacy, Ausgabe #62
Mirco Feige (Freez'N), Dirk Berger (Seasons Of Time), Maic Burkhardt und Ralf Masorat (ehemals Tonsucht), Martin Kasprzak (Sepulcrum Mentis), Marçel Robbers (2nd Head,
Broken Rule), Anja KoIlhoff, Lucas Macke und Alexander Wieczorek an der Entstehung von »Lebensborn« mit. Musikalisch orientiert sich кожа an zeitgenössischen Stilen der elektronischen Musik,
ohne konsequent einer Richtung hinterher zu hecheln. Grenzen gibt es keine. Der Opener »Meridian« wird nach dem Prolog hingegen zu einem avantgardistisch sperrigen Drums'n'Bass-Track, zu dessen
dissonanten, eingestreuten Gitarren Lucas Macke von einem traurigen Geburtstag erzählt, so wie er heutzutage wohl oft »unbemerkt« seinen Lauf nimmt. »Zero« schlägt dann in eine bedrohliche
elektronische Kerbe mit vielfältigen Klangeffekten, stampfenden Beats und einem satten Gitarrenriff. Erwerbs und damit verbundene gesellschaftliche »Wert«-Iosigkeit, die kaum mehr vorhandene soziale
Sicherheit und die Erschaffung von Armut sind zentrale Themen. Sehr noisig schlagt einen »Fearsome Freezone« anfangs in den Bann, woraufhin die Soundlandschaft in eine Art moderne Marschmusik
übergeht und sich verschiedene Samples mit Ausschnitten aus »Wenn die Soldaten« und »Lore Lore« abwechseln.
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»Sound Fingers« wird erneut mehr vom Bassspiel und schleppenden Beats dominiert, was sich
im folgenden »Meatmarkets II« noch intensiviert. Der Gesang von Marçel Robbers lässt ein wenig an Gavin Friday denken und harmoniert sehr gut mit der schwermütigen Melodie, Die Macht der Medien
kommt in »Your Televangelist« zur Sprache, wobei кожа einige nahezu hypnotische sowie repetitive, einlullende Effekte in die ruhige Klanglandschaft einweben, die Anja Kollhoffs wohl bewusst etwas
teilnahmslos eingesetzte Stimme trägt. Mit dem Titelstück »Lebensborn« schließt sich der Kreis wieder zu den eingangs erwähnten Stichworten. Sehr experimentell umreißen кожа diese Thematik und machen
die Problematik aural unausblendbar, so dass das von Martin Kasprzak gesungene, elfminütige Stück zur einer wahren Herausforderung wird. »Lebensborn« ist ein sehr ehrgeiziges und intensives Konzeptwerk,
und auf jeden Song tiefer einzugehen, würde jeglichen Rahmen sprengen. Vielmehr ist der Leser aufgefordert, sich selbst mit dieser dokumentarischen Momentaufnahme des Hier und Jetzt auseinander zu
setzen. Es lohnt sich. 13 Punkte.
Endrew Stepan im Legacy, Ausgabe #62.
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