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Zillo, Ausgabe 10/09
Der Lebensborn war im 3. Reich ein Verein, mit dessen Hilfe die SS ihre Vorstellungen von Rassenhygiene durchsetzen und die Zucht einer arischen Bevölkerung forcieren wollte.
Schon der Albumtitel sorgt für Stirnrunzeln, für einsetzendes Denken und erfüllt seinen Zweck. Der Gesamte Song-Zyklus »Lebensborn« folgt dem Ziel, die Mechanismen in
unserer Gesellschaft bloßzulegen, mal als beklemmende Spoken-Word-Performance (»Meridian«), mal als von eingängigem Refrain gekrönte, harsche Gitarrennummer (»Zero«) oder Trip-Hop-Stück
(»Your Televangelist«). Zwischendrin singt die Wehrmacht vom Förster und der Försterin, dann wieder treffen Shoah-Zeugen und ihr Unwissen beteuernde Altnazis aufeinander.
(»Fearsome Freezone«).
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Die Bierzeltstimmung, die durch das Arrangement eingestreut wird, demaskiert die Kontinuität gewisser Befindlichkeiten. »Tschingderassa! Bumderassa!« und
doch macht es sich кожа nicht so einfach, den Deutschen per se als verkappten Faschisten hinzustellen. Es geht auch nicht ausschließlich um die Verbrechen der Vergangenheit
oder um Missbrauch oder die Gehirnwäsche durch die Medien. »Lebensborn« versucht zu umreißen, wie ein ganzes System funktioniert, dem man sich nur schwer entziehen kann. Dieses
komplexe Thema erschöpfend zu bewältigen, ist kaum möglich. Das textlich wie musikalisch inspirierende Album bietet aber zumindest eine Reihe wirkungsvoller Schlaglichter,
die Probleme zumindest im Bewusstsein aufblitzen lassen. Empfehlenswert.
Christoph Kutzer
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